Tagesmütter und -väter sind gefragt wie nie. Sie sind selbstständig, arbeiten von Zuhause aus, können Familie und Beruf miteinander verbinden und die Arbeitsbelastung ihren Möglichkeiten anpassen. Ein attraktiver Job?

 

Michael Seibold berichtet über seinen Alltag mit den Tageskindern und die Freude, die er jeden Tag bei der Arbeit hat. Seine Frau arbeitet inzwischen auch als Tagesmutter.

 

 

Sehen Sie hier den WISO Beitrag vom 23.7.18.

 

Ein Blick auf andere hessische Kommunen:

Kindertagespflege in Stadt und Land Fulda

Ob zu Weihnachten oder anderen Anlässen, Kinder backen (und essen) gerne Plätzchen. Je größer der Gestaltungsspielraum und je mehr genascht werden darf, desto mehr Spaß werden die Kinder daran haben. Für die älteren Kinder kann auch das Lied „In der Weihnachtsbäckerei“ von Rolf Zuckowski eine schöne Ergänzung sein.

 

 

 

„Mit Spaß und Bewegung – besondere Momente in der Kinderbetreuung….“

Gespräch mit Sabine Scharrer – Tagesmutter in Bornheim

 

 

Seit wann sind Sie Tagesmutter und wie kamen Sie auf die Idee, Tagesmutter zu werden?

Ich bin seit 12 Jahren Tagesmutter. Die Idee hatte sich entwickelt, als ich im Erziehungsurlaub mit meinem Sohn war. Meine Tochter kam gerade in die Schule und da habe ich ihre Freundin während der 1.Klasse mitbetreut. Nach dem Erziehungsurlaub wollte ich wieder in meinen alten Beruf als Buchbinderin einsteigen, fand aber keine passende Anstellung.

Da kam die Idee Tagesmutter zu werden. Eine Bekannte von mir ist Tagesmutter, bei der konnte ich mir das mal anschauen. Vom Grundprinzip hat mir das gut gefallen, so dass ich mich bei der Stadt erkundigt habe. Im Mai 2006 habe ich mit der Grundqualifizierung begonnen von damals noch 45 Unterrichtseinheiten.

 

 

Was waren/ sind Aha-Momente während Ihrer Qualifizierung zur Tagesmutter oder im Rahmen der Aufbauqualifizierung?

Es gibt viele Aha-Momente. Das erste Mal, wo ich gedacht habe, das ist ja toll, war, als mir bewusst geworden ist, dass es für Kinder wichtiger ist, etwas auszuprobieren und zu erkunden als ein bestimmtes Ziel zur erreichen.

Ich habe mir bei den Tageskindern sehr viel Mühe gegeben nicht vorschnell einzugreifen, mit dem Bewusstsein, dass die Autonomie- und Trotzphase ein wichtiger Bestandteil in der Entwicklung der Kinder ist.

Letztes Jahr habe ich eine große Fortbildung zum Emmi-Pikler-Ansatz am Hof besucht. Das war eine große Bereicherung, vor allem im Hinblick auf die Wahrnehmung des Kindes und den Kontakt zum Kind.

 

 

Fließen Inhalte aus der Fortbildung zum Emmi-Pikler-Ansatz in ihre Arbeit mit den Kindern ein? Haben Sie darüber hinaus weitere Schwerpunkte in Ihrer pädagogischen Arbeit?

Wenn man so ein Seminar wie das zum Emmi-Pikler-Ansatz besucht hat, dann kann man das gar nicht mehr aus seinem Leben herausstreichen. Ich glaube, dass das so in mir übergegangen ist, dass ich einfach danach handele.

Aber neben Emmi-Pikler und der Aufmerksamkeit, die ich den Kindern widme, ist auch Bewegung ein Faktor, den ich sehr wichtig finde, Bewegung in jeder Form. Sei es, dass die Kinder hier krabbeln und toben können, jeden Tag rausgehen, laufen, auf dem Spielplatz rennen und klettern. Je mehr sie sich bewegen, desto besser entwickeln sich die geistigen Fähigkeiten. Je entspannter sie sind, desto leichter fällt ihnen das Lernen.

Ich lege auch viel Wert auf die Sprache und die sozialen Kompetenzen, damit der Umgang innerhalb der kleinen Gruppe gut ist. Mein Ziel ist es auch, dass die Kinder aufeinander Rücksicht nehmen, lernen miteinander zu spielen, andere mit einbeziehen und nicht ausgrenzen. Ich denke, das sind so meine Schwerpunkte.

 

Was sind für Sie Highlights im Betreuungsalltag?

Was ich als besondere Situation erlebe, ist die Einschlafsituation und wenn die Kleinen schlafen. Das hört sich vielleicht komisch an. Dann liegen sie so friedlich da, ich betrachte sie und denke, es ist so schön, das mitzuerleben: wie sich die Kinder entspannen und ausruhen, dass sie einen Tag hinter sich haben mit vielen Anstrengungen, was sie wieder alles gelernt haben, an neuen Wörtern und Bewegungen. Einfach nur zusammen spielen ist für Kinder ja auch schon eine große Herausforderung.

Auch die Einschlafrituale zu sehen, was jeder braucht: ein Gute-Nachtlied oder ein ruhiges Lied, damit die Kinder dann gut einschlafen mit ihrem Kuscheltier oder ihrem Schnuller. Das ist wunderschön.

Aber auch andere Momente, wenn sich die Kinder freuen, z.B. wenn sie morgens kommen, gleich was erzählen, mich umarmen, das machen auch viele oder wenn sie zum Spielen gehen wollen und mir gleich was zeigen. Das sind Momente, die sind sehr rührend.

 

Worüber konnten/ können Sie mit ihren Tageskindern herzhaft lachen?

Erinnern Sie sich an eine bestimmte Situation?

Natürlich gibt es immer wieder Momente zum Lachen. Lustig und fröhlich sind die Kinder und ich in Bewegung, z.B. wenn sie auf der Couch rumhopsen.

Ich erinnere mich an eine Jungengruppe, die waren richtig wild. Mit denen musste ich immer rausgehen. Einmal waren wir in voller Montur unterwegs. Es hat geregnet und sie sind wie verrückt in die Pfützen gesprungen. Das Wasser spritzte. Sie haben mich vollgespritzt. Und da mussten wir auch alle ganz herzhaft lachen, es war so witzig und lebendig.

Was ich auch gerne mache ist mit den Kindern zu rennen und dann auch mal zu schreien. Wir haben einen Spielplatz, da gibt es eine Anhöhe, die rennen wir runter und schreien. Und wenn wir dann noch gegeneinander rennen, ist das ein ganz befreiendes Gefühl. Das können auch schon die kleineren Kinder, da sind sie so glücklich. Oder irgendwo drum herumrennen z.B. um einen Baum und den Kindern entgegen kommen.

Beim Essen gibt es auch immer lustige Erzählungen. Ein Kind hat erzählt, ihr Papa könnte nicht mit in Urlaub fahren, er hätte seine Unterhosen nicht gefunden. Aber sie könnte mitfahren. Sie hätte ja für jeden Tag eine eingepackt.

Ein Kind hatte mich gefragt, was brummt denn hier so? Da hab ich gesagt, das ist der Motor des Kühlschranks. Der brummt, wenn er wieder anspringt. Da sagte das Kind, der Papa brummt auch immer so, wenn ich morgens zu ihm zum Kuscheln komme

 

Die älteren Kinder mögen auch Wortspiele oder Reime. Ein Junge sagte zu mir „Was hast Du gesagt, heute gibt es Eis?“ Ich antwortete: „Nein, ich habe gesagt, heute gibt es Reis oder meinte ich Mais?“ Das finden sie sehr lustig. Die Kinder: „Nein, wir wollen Eis“. Ich dann wieder: „Nein heute gibt es nur Reis“. Und dann rufen sie „nein, nein, nein wir wollen Eis“. Das kann man gut mit Ihnen machen solche Wortspiele.

 

 

 

 

 

Was möchten Sie künftigen Tagesmüttern und Tagesvätern aus Ihrer      Erfahrung gerne mitteilen?

Ich denke, man muss sich sehr bewusst sein, wieviel Verantwortung man trägt mit der Betreuung von kleinen Kindern. Das ist nicht zu unterschätzen, man muss schauen, was ganz wichtig ist, wie viel man sich zutrauen kann. Ich habe gemerkt für mich ist dieser Rahmen mit der Betreuung von 3 Kindern an 4 Tagen eine ganz tolle Sache. Das ist mir nicht zu viel und nicht zu wenig. Ich kann gut mit den Kindern umgehen, bin ausgeglichen und nicht genervt. Ich habe die Ruhe und Gelassenheit, um auch auf die Launen der Kinder zu reagieren. Denn sie sind ja auch immer unterschiedlich.

Als Tagesmutter sollte man gut organisieren können, da viel zu tun ist.

Zu beachten ist, dass man als Tagesmutter alleine arbeitet. Man muss ohne Kollegen zurechtkommen. Das hat sicherlich auch Vorteile, kann aber auch mal Nachteile haben oder schwieriger sein.

Ich bin gerne Tagesmutter. Vielleicht würde ich heute im Vorfeld des Startes in die Kindertagespflege eine pädagogische Ausbildung machen. Vielleicht mit einem Schwerpunkt Richtung Waldorf-/Pikler.

 

 


 

 

„Kindertagespflege ist für mich eine Arbeit mit Herz.“

Gespräch mit Francisca Krishnamoorthy – Tagesmutter seit 2011 im Gutleutviertel

 

 

 

 

Wie kamen Sie auf die Idee, Tagesmutter zu werden?

Ich habe in meiner Heimat Bürokauffrau gelernt und mehr als 10 Jahre in dem Beruf gearbeitet. 2000 bin ich nach Deutschland gekommen, habe 2 Kinder bekommen und bald die Sprache gelernt. Leider wurde die Ausbildung, die ich in meinem Heimatland gemacht habe, hier nicht anerkannt. Ich musste nochmal im Bürobereich eine 2-jährige Ausbildung machen, die ich mit der IHK-Prüfung bestanden habe. Bei der Jobsuche war es schwierig etwas zu finden, was mit der Betreuung meiner Kinder gepasst hätte: meine Tochter war 6 Jahre und mein Sohn 4 Jahre alt. Ich wollte mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen.

Mir kam die Idee, dann mache ich etwas Selbständiges. Meine Freundin ist Tagesmutter im Nordend. Wir sind beide in einer Kirchengemeinde, arbeiten dort mit Kindern ehrenamtlich. Sie hat mich gefragt, ob ich mir ihre Arbeit als Tagesmutter nicht mal bei ihr anschauen will. Sie sagte, Du liebst Kinder und Du arbeitest doch auch mit mir in der Kirche. Dann war ich bei ihr, ein Tag, zwei Tage. Das hat mir gut gefallen. Ich habe gemerkt, das ist meine Arbeit. Dann habe ich mich bei der Qualifizierung angemeldet und denke immer noch, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.

 

Was waren Aha-Momente während Ihrer Qualifizierung zur Tagesmutter?

In der gesamten Qualifizierung gab es viele Aha-Momente und ich habe viel Neues gelernt, Was mich sehr überrascht hat, dass das Vorlesen nicht nur Förderung und Unterstützung in der sprachlichen Entwicklung bedeutet, sondern dass darüber auch die Beziehung zwischen Tagesmutter und Kind aufgebaut wird. Zum Beispiel beim Zusammensitzen und ein Bilderbuch anschauen oder auf dem Schoss sitzen und vorlesen. Das zeigt die Beziehung zwischen mir und dem Kind, den Kindern, damit wird Vertrautheit aufgebaut.

Nicht nur die sprachliche Entwicklung, auch die geistige und emotionale Entwicklung werden durch das Vorlesen gefördert. Beim Geschichtenvorlesen passiert ganz viel.

Auch beim Spielzeug war für mich neu, dass man Spielzeug für bestimmte Entwicklungsstufen für Kinder nutzt und ihnen bewusst anbietet. Als mir das klar wurde, habe ich meine Spielkisten aufgeräumt. Die Kinder benötigen bestimmte Spielsachen für ein bestimmtes Alter. Zum Beispiel Bewegungsspielzeug wie Schaukel, Laufrad, Bobbycar oder Koordinationsspielzeug, Bauklötze, Lego.

 

 

Haben Sie Schwerpunkte in Ihrer pädagogischen Arbeit?

Das Vorlesen ist ein regelmäßiger Bestandteil und somit Schwerpunkt in meiner Arbeit mit Kindern. Ich setze auch Schwerpunkte in Kreativität und Musik. Ich bastele viel mit meinen Tageskindern.

Ich arbeite mit den Kindern viel mit Fingerfarben. Zu bestimmten Anlässen machen wir für die Eltern Geschenke z.B. am Muttertag und Vatertag. Wir arbeiten viel mit den Fingern; z.B. machen wir Finger- und Fußabdrücke. Das ist für die Kinder interessant. Es macht ihnen Spaß.

Ich singe viel mit meinen Tageskindern. Einmal pro Woche gehe ich mit meinen Tageskindern in eine Musikstunde im Mehrgenerationenhaus. Die Musikpädagogin gibt jedem Kind ein Musikinstrument. Kindern macht das viel Spaß, bei der Musik lernen sie viel, Sprache, Emotionen.

 

Was sind für Sie Highlights im Betreuungsalltag?

Schöne Momente erleben wir in unserem Morgenkreis, nach dem Frühstück.

Da singen wir viel, ich lese ein Buch vor oder wir schauen ein Bilderbuch an.

Wir reden oder machen Fingerspiele. Und danach gehen wir raus.

Wir haben in der Woche auch Ausflugtage. Ich habe einen Wagen, da passen die 4 Tageskinder rein und ich kann damit den Bus oder die Straßenbahn nehmen.

Dann gehen wir auf den Spielplatz, auch mal in den Zoo, in den Palmengarten oder nach Schwanheim auf den Waldspielplatz. Wenn wir früh zu einem Ausflug

gestartet sind, dann setzen sich die Kinder später zusammen und holen den Morgenkreis nach. Sie nehmen sich unser Kuscheltier die Eule, die im Morgenkreis

immer mit dabei ist. Das ist so schön das mit anzusehen.

 

Worüber konnten/ können Sie mit ihren Tageskindern herzhaft lachen?

Erinnern Sie sich an eine bestimmte Situation?

Es gibt viele Situation, bei denen ich herzhaft lachen kann. Wenn Kinder anfangen zu sprechen, dann versuchen sie manchmal jemanden nachzuahmen. Ein Tageskind kommt jeden Morgen und geht zum Fenster und möchte es aufmachen. Dabei sagt sie „Francy! Fenster auf. Anna braucht frische Luft“.

Für unsere Ausflüge nehme ich immer meine Ausflugstasche mit, die im Betreuungsraum steht. In der Tasche ist neben anderen Dingen auch eine Sonnenschutzcreme. An einem Tag, ich war gerade in der Küche und als ich zurückkam, habe ich gesehen, die Kinder haben die Sonnenschutzcreme aus der Tasche geholt. Sie haben sich gegenseitig eingecremt, dann das Sofa, den Teppich, den Tisch und den Boden, sie haben alles eingecremt. Ich musste so lachen, als ich das gesehen habe. Die Kinder hatten so viel Spaß gehabt.

Die Kinder beobachten sich und andere genau und versuchen sie das ein oder andere nachzuahmen, sowohl indem sie Worte oder die Sätze nachsprechen oder sich Handlungen abgucken.

 

Was möchten Sie künftigen Tagesmüttern und Tagesvätern aus Ihrer Erfahrung gerne mitteilen?

Kindertagespflege ist für mich eine Arbeit mit Herz. Als Tagesmutter sollte man viel Geduld haben, Kindern mit viel Aufmerksamkeit und Liebe begegnen. Sie brauchen auch Grenzen und Regeln, das ist auch wichtig für die Kinder. Immer auf der Basis von Geduld, Aufmerksamkeit und liebevoller Zuwendung.

 

 

Interkultureller Kalender 2018

Jahreskalender

Praxisideen, Fachwissen, Zeitschrift, Bücher und Spiele

für die Kleinstkinder-Betreuung in Kita und Kindertagespflege

 

Auf dieser Seite finden Sie für Ihre Arbeit mit Kindern unter 3 Jahren tolle Gestaltungsideen, Tipps zu Ernährung & Bewegung und spannende Spiele. Daneben werden Bücher und Spiele vorgestellt, die getestet wurden und mit den Fachbeiträgen zu Ihrem Arbeitsfeld sind Sie immer gut informiert.

 

Kleinstkinder_Praxisideen

Wie wäre es, wenn Sie selber Spielzeug für Ihre Tageskinder häkeln?

Häkeln Sie Tiere für einen Bauernhof  und Essen für den Kaufladen.

Die Tageskinder spielen ganz sicher gerne mit diesem selbst hergestellten Spielzeug.

 

haekeltiere               haekel-kaufladen

 

Buchtipps:

Wollowbies, Freche Häkelminis    

ISBN 978-3-7724-6383-9     

                       

Spiel mit in meiner Häkelküche

90 Anleitungen für Küche und Kaufladen     

ISBN 978-3-86355-260-2

 

Kostenlose Häkelanleitungen gibt es auch unter folgendem link:

https://www.crazypatterns.net/de/kostenlose-haekelanleitungen/trends?gclid=CPzf-v_WsNMCFUO3GwodGsgEsQ

                     

 

Zeitschrift für Tagesmütter und Tagesväter

Zeitschrift für Kindertagespflege – ein Angebot für Tageseltern aus dem Klett-Kita-Fachverlag

 

Fachzeitschrift für die Kindertagespflege mit Fachinformationen, Praxistipps, Schwerpunktthemen,

…und vieles mehr

 

 ZeT_Zeitschrift für Kindertagespflege

 

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Zeitschrift Kleinstkinder

 

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„1, 2, 3 - Alle da?“ Der kompakte Planer für Tagesmütter und -väterDer kompakte Planer für Tagesmütter und -väter